Aktuelle Ausgabe

16 /2015

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Von der Redaktion

PDF Dateien (in Polnisch mit Zusammenfassung in Englisch und Deutsch) sind auf der neuen Website des Magazins veröffentlicht

A R T I K E L:

Marin Krawczyk, Jenseits des Absolutismus und des Relativismus. Der Anti-Antiethnozentrismus von Richard Rorty

Der Artikel konzentriert sich auf der kritischen Darstellung der Moralauffassung von Richard Rorty, deren Hauptzug im Versuch besteht, hinter die Gegenüberstellung Absolutismus-Relativismus zu gelangen und eine Lösung zu finden, die die Schwäche sowohl des ersten als auch des zweiten Standpunkts vermeiden würde und zugleich frei von Fundamentalismus, Dogmatismus, Pessimismus oder axiologischem Nihilismus wäre. Rorty sieht eine solche Lösung in einem Standpunkt, den er als Anti-Antiethnozentrismus bezeichnet. Dieser Standpunkt beruht auf der Betrachtung der Werte und Moralnormen als historisch-kulturelle Erzeugnisse ohne einen bedingungslosen und absoluten Charakter sowie auf der Betrachtung der Moral als einer Sammlung von solchen Sitten, Verhaltensweisen und Praktiken, die von der jeweiligen Gesellschaft und Kultur anerkannt werden. Rortys Anti-Antiethnozentrismus unterscheidet sich vom Relativismus durch die Ablehnung der Überzeugung, dass verschiedene Wertesysteme gleichermaßen gut sind und dass man diese Systeme nicht vom Standpunkt anderer Systeme aus beurteilen kann. Vom Absolutismus und Fundamentalismus unterscheidet er sich wiederum durch die ständige Betonung, dass die durch die westlichen Demokratien vertretenen Werte zwar nicht bedingungslos und objektiv gut sind, dass sie es dennoch verdienen, gepflegt und verbreitet zu werden.

Schlüsselworte: Rorty, Ethnozentrismus, Absolutismus, Relativismus, Moral

 

Krzysztof Rojek, Kontrafaktische Intervention als theoretische und praktische Gefahr für Frieden. Kritische Analyse von Frankfurter Cases

Gegenwärtige, ontologische und komplexe Analyse der Kategorie des freien Willens zieht das Bedürfnis der Überlegungen auf interdisziplinärem Boden nach sich. Einer der Bereiche, den die Analyse berücksichtigen soll, ist die gegenwärtige Ethik und mit ihr die Problematik der moralischen Verantwortung für die Tat. Das Prinzip der alternativen Möglichkeiten (PAM), dessen Falsifikation der Hauptvertreter des Kompatibilismus – Harry Gordon Frankfurt – unternahm, scheint ein entsprechendes Beispiel zu sein, um die oben genannte Abhängigkeit zu beweisen. Der Artikel setzt sich zum Ziel, den historischen Kontext des Problems und die Analyse der Fälle von Frankfurt (Frankfurt Cases) darzustellen, darunter das berühmte Beispiel der kontrafaktischen Intervention von Black. Die Gegenüberstellung verschiedener gegenwärtiger Auffassungen des freien Willens und der unter ihnen auftretenden Streitpunkte wird für die Einschätzung der Richtigkeit der Lösung von Frankfurt von Bedeutung sein. Die in der Arbeit enthaltenen kritischen Schlussfolgerungen können einen Beitrag zur gegenwärtig andauernden De-batte über den freien Willen leisten.

Schlüsselworte: kontrafaktische Intervention, freier Wille, Kompatibilismus, das Prinzip der alternativen Möglichkeiten, Frankfurt Cases

 

Kamil Szymański, Die Debatte zwischen Samuel P. Huntington und Francis Fukuyama

Im Artikel untersuche ich Francis Fukuyamas Theorie vom „Ende der Geschichte“ im Kontext der von Samuel Huntington in seinem Artikel Es gibt keinen Ausweg aus der Geschichte geäußerten Kritik. Ich stelle die Unterschiede in der Auffassung des Begriffes „Ende der Geschichte“ bei den beiden Autoren und bei anderen Kritikern der Theorie des Endes dar, die in Anlehnung an Hegel formuliert wurde. Ich verweise auch auf eine gewisse Ähnlichkeit in den häufig gegeneinander gestellten Entwürfen von Huntington und Fukuyama.

Schlüsselworte: Fukuyama, Huntington, Hegel, Ende der Geschichte, Zusammenstoß der Zivilisationen

 

Barbara Grabowska, Mary Wollstonecraft oder die Anfänge des Feminismus in der Aufklärung

Mary Wollstonecraft spricht sich in der Polemik gegen J. J. Rousseau und andere gegen das Modell einer getrennten Bildung für Jungen und für Mädchen aus. Sie weist nach, dass es nicht die Natur, sondern die Bildung ist, die die Charaktere und Verhaltens-weisen der Mädchen auf solche Weise prägt, dass sie zu schwachen und übermäßig emotionalen Wesen werden. Sie stellt die zeitgenössischen Weiblichkeitsbilder in Frage, die ihrer Meinung nach sowohl den Körper als auch den Charakter der Mädchen und der Frauen zerstören. Sie schlägt ein neues, für Jungen und Mädchen gemeinsames Bildungs und Erziehungsmodell vor. Sie überzeugt, dass dank ihm die Frauen nicht nur glücklicher werden, sondern auch nützlicher für ihre Familien und für die ganze Gesellschaft.

Schlüsselworte: Feminismus, Protofeminismus, Weiblichkeit, Bildung

 

Tomasz Stefaniuk, Religiöse, soziale und kulturelle Funktionen der Moschee

Die Hauptfunktion jeder Moschee ist die Gewährleistung eines entsprechenden Raums für das Gebet, darunter vor allem Kollektivgebet am Freitag und an den Feiertagen. Das bedeutet aber nicht, dass man eine Moschee ausschließlich als ein muslimisches Bethaus betrachten soll. Es hat seinen Grund u.a. darin, dass sich die religiösen Praktiken im Islam nicht auf das Gebet beschränken. Die Analyse der islamischen Quellentexte, d.h. des Korans und der hadis, sowie die Auffassung der Entwicklung der Moschee in historischer Perspektive zeigen, dass die Moschee nicht allein ein Gebäude, sondern darüber hinaus ein eigenartiges „Islamzentrum“ ist, das verschiedene Funktionen erfüllt. Außer den religiösen Funktionen sind das soziale, kulturelle, bildende, repräsentative und administrative Funktionen.

Schlüsselworte: Islam, islamisch, Religion, Moslems, muslimisch, Moschee

R E Z E N S I O N E N:

Krzysztof Rojek, Warum ist es bedrohlicher „Scheiße zu erzählen” als zu lügen? Rezension: H. G. Frankfurt, O wciskaniu kitu, Czuły Barbarzyńca Press, Warszawa 2008 (80 S.)

B E R I C H T E   U N D    M E L D U N G E N:

Krzysztof Rojek, Was und wie erkennen wir durch Bilde? – Zweite Edition, Kazimierz Dolny, 2–4 September 2015

Krzysztof Rojek, Zweite Gesamtpolnische Philosophische Konferenz EPISTEME 2015, Lublin, 12–13 December 2015

 

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