Nummer 1(5) /2013

DIE PHILOSOPHIE DER  »WERKFAHRT« VON ANDRZEJ NOWICKI

hrsg. von Zofia Majewska

Wypedzenie28.02.jpg Von der Redaktion PDF Datei (in Deutsch)

A  R  T  I  K  E  L :

Zofia Majewska, Einführung, PDF Datei (in Deutsch)


Kinga Nowicka-Lohmann, Der Vater und seine Büchersammlung PDF Datei (in Polnisch mit Zusammenfassung in Englisch)

Der Artikel handelt aus der Perspektive der Tochter von der Büchersammlung von Andrzej Nowicki, die über vier Tausend Bücher enthielt. Ihre Darstellung bietet Anlass, die Bedeutung der Bücherwelt und generell des gedruckten Wortes in seinem Leben zu zeigen, was in der täglichen Lektüre von mehreren Hundert Seiten und in dem immer größeren Bücherbestand zum Ausdruck kam. Die Bibliothek sagt viel über seine philosophischen Leidenschaften, wissenschaftliche Interessen, intellektuelle und kulturelle Bedürfnisse sowie Erkenntnisinteressen. Sie ist auch die Wiederspiegelung seines wissenschaftlichen und philosophischen Lebenslaufs, indem sie auf wichtige Teilbereiche seines Schaffens verweist, wie Atheismus, Religionswissenschaft, Religionskritik, Geschichte der Philosophie, Geschichte der Philosophie der Renaissance, italienische Philosophie, Philosophie der Kultur, Philosophie der Freimaurerei oder chinesische Kultur. Sie spiegelt ebenfalls seinen dichterischen Lebenslauf wieder. Die Büchersammlung des Vaters deutet auch auf die gründlichen Fachkenntnisse des Historikers der Philosophie hin: er sammelte umfassende Literatur und Quellen, die manchmal von dem Forschungsgegenstand weit entfernt zu sein schienen, und er sorgte für die Dokumentation (auch die ikonographische) des Forschungsgegenstands, darunter auch die Dokumentation seines schöpferischen Lebens. Die Büchersammlung bleibt mit Sicherheit einzigartig aufgrund der oben erwähnten thematischen Bereiche sowie dem reichen Bestand an den Werken der Meister und der Schüler des Vaters. Ihre Einzigartigkeit beruht schließlich auf der Zugehörigkeit zu einer anderen Epoche, die mit dem Anbruch des Internet-Zeitalters zu Ende ging.

Schlüsselwörter: Vater, Büchersammlung, Philosophie, Kultur, Werk, Wissenschaft


Teresa Rzepa, Was verbirgt sich hinter den Kulissen der Übersetzung der Dialoge von Platon und des Buches „Der Schüler von Twardowski”? PDF Datei (in Polnisch mit Zusammenfassung in Englisch)

Aufgrund der Analyse von Fragmenten der Briefe von Władyslaw Witwicki und seiner Kommentare zu Platonischen Dialogen stelle ich die von ihm angewandten Manipulationstechniken dar. Zugleich lege ich nahe, dass Andrzej Nowicki, der seinen Lehrer – Witwicki – als einen tatsächlich seine Persönlichkeit modellierenden Menschen behandelte, diese Techniken übernahm und in seinem Buch „Der Schüler von Twardowski“ benutzte.

Schlüsselwörter: Manipulationstechniken, Autor-Erzähler-Beziehungen


Zdzisław Kalita, Die Renaissance-Inspirationen für Andrzej Nowickis Auffassung vom Menschen als Schöpfer der Welt der menschlichen Werke PDF Datei (in Polnisch mit Zusammenfassung in Englisch)

Der Artikel legt dar, dass die zentrale Kategorie der philosophischen Auffassung des Menschen bei Andrzej Nowicki die Kategorie des Menschen als Schöpfer der Welt der Werke (erga, opera humana) ist. Sie entscheiden über den Wert des Menschen, über den Reichtum seiner Persönlichkeit, sie geben dem menschlichen Leben Wert und Sinn, machen seinen Namen unsterblich. Grundlegende Eingebungen für seine Auffassung schöpfte A. Nowicki aus der Philosophie der Renaissance, besonders von solchen Denkern wie Giannozzo Manetti, Giordano Bruno und Giulio Cesare Vanini.

Schlüsselwörter: Mensch, der Wert des Menschen, Schöpfer der Welt der Werke, erga, opera humana, Ergozentrismus, der Wert des Lebens, der Sinn des Lebens, Unsterblichkeit des Namens, Philosophie der Renaissance


Krzysztof Wieczorek, Spur, Präsenz, Namenszeichen. Über Inkontrologie und Erganthropie von Andrzej Nowicki PDF Datei (in Polnisch mit Zusammenfassung in Englisch)

Anlässlich des ersten Todestages des Professors Andrzej Nowicki erinnert der Autor an die seiner Meinung nach wertvollsten intellektuellen Inspirationen seines ehemaligen Lehrers. Sie konzentrieren sich im Bereich einer inkontrologischen und erganthropischen Auffassung des Menschen, die Nowicki in zahlreichen Veröffentlichungen erörterte und entwickelte. Die erste Spur der neuen Auffassung des Menschen erschien 1966 im Artikel Ateistyczna perspektywa nieśmiertelności ( Atheistische Perspektive der Unsterblichkeit) in der Zeitschrift „Euhemer“. Die wichtigsten Ideen seiner als Inkontrologie bezeichneten philosophischen Theorie der Begegnungen legte Andrzej Nowicki in zwei Werken aus: Człowiek w świecie dzieł (Der Mensch in der Welt der Werke), Warszawa 1974, und Spotkania w rzeczach (Begegnungen in den Dingen), Warszawa 1991. Die umfassendste Darlegung des Ergantropieentwurfs enthält das auf dem Kongress der Polnischen Philosophie vorgetragene Referat, das mit dem Titel Ergantropia jako centralna kategoria filozofii kultury (Ergantropie als zentrale Kategorie der Philosophie der Kultur) in „Studia Filozoficzne“ (Nr. 11) 1987  veröffentlicht wurde. Der Autor des Artikels akzentuiert die innovativsten philosophischen Lösungen von Nowicki, der viele gängige Meinungen über die Natur und das Wesen des Menschen in Frage stellt und sie einer kritischen Reflexion in Bezugnahme auf Überlegungen anderer Autoren unterzieht. Sie erhellen den Sinn und die bevorzugten Interpretationsrichtungen der im Text rekonstruierten Entwürfe.

Schlüsselwörter: Erganthropie, Inkontrologie, Philosophie der Begegnungen, Spur, Präsenz, Namenszeichen


Światosław Florian Nowicki, Die Hegelschen Quellen der Erganthropie PDF Datei (in Polnisch mit Zusammenfassung in Englisch)

Die Hegelsche Philosophie ermöglicht, die Frage vom Dasein des Menschen in den Dingen gründlich als einen der Aspekte der für die neuzeitliche Philosophie fundamentalen Frage des Verhältnisses des Denkens und des Seins aufzufassen. Hegel fasst dieses Verhältnis dynamisch auf, erst als einen Prozess des Hinausgehens der Idee über sich selbst, die Entäußerung, das Übergehen in die Natur und in Dingheit, und dann als Prozess des Aufhebens dieser äußeren Gegenständlichkeit durch die Wandlung derselben in die geistige Welt. Es ist der Mensch, der dieses Aufheben vollbringt. Dies beruht auf der Gestaltung des Natürlichen, Erschaffung der Welt der Kultur als der Welt der Dinge, die eine spezifisch menschliche Welt ist, und auf der höchsten Stufe auf Gestaltung der Gedankenwelt durch Flüssigmachen von erstarrten Begriffen, die der Vorstellung der Welt als Ansammlung von separaten Dingen entsprechen, und sodann auf der Erkenntnis im Allen des absoluten Geistes, dessen der Mensch, als sein wirkliches einzelnes Selbstbewusstsein, ein Moment ist. Die Erganthropie von Andrzej Nowicki konzentriert sich auf eine Phase dieses in der Hegels Philosophie dargestellten Prozesses, nämlich auf das Bilden der objektiven Kulturwelt, wodurch der Mensch sich in Dingen, die seine Werke sind, ein Dasein außer sich selbst gibt. Nach Hegel gelten in der Kulturwelt lediglich Individualitäten, die, ebenso wie ihre Werke, eine Wirkung von Gestaltung, ein Erzeugnis von Kultur, etwas von allgemeiner Bedeutung sind. Der Mensch wird zu solcher Individualität erst dadurch, dass er sich die angetroffene Kulturwelt aneignet und dieselbe in seine eigene Substanz umwandelt. Erst dadurch wird er fähig, seine eigenen Werke zu schaffen, die die angetroffene Kulturwelt bereichern, d.h. die einen allgemeinen Wert haben und die auch für andere Menschen bedeutungsvoll sind. Der gemeinsame Nenner der Erganthropie von Andrzej Nowicki und der Hegels Philosophie ist eine positive, ja sogar enthusiastische Einstellung zur menschlichen Kultur, die von ihnen höher als die Natur gestellt wird.

Schlüsselworte: Absolut, Mensch, Geist, Werk, Äuβerung, Individualität, Kultur


Stefan Symotiuk, Von der Überlegenheit von Giordano Bruno über Benedictus de Spinoza oder  von den Beziehungen Andrzej Nowicki – Leszek Kołakowski (Einleitung zur Skizze der „parallelen Biographien“) PDF Datei (in Polnisch mit Zusammenfassung in Englisch)

Viele Persönlichkeiten der „Warschauer Schule der Ideenhistoriker“ treten heute, von der Persönlichkeit und vom Schaffen Leszek Kołakowskis verhüllt, in den Hintergrund. Der Autor zeigt, dass es dort Personen gab, die Kołakowski ebenbürtig waren, oder ihn sogar intellektuell und kulturell übertrafen. Er erinnert an die Persönlichkeit von Andrzej Nowicki zurück, der als Denker mit Kołakowski konkurrieren konnte und es durchaus verdient, in einer „parallelen Biographie“, die ihre Schicksale und Meinungen in Polen nach 1945 zusammensetzt, dargestellt zu werden.

Schlüsselwörter: Warschauer Schule der Ideenhistoriker, Anthropozentrismus – Humanismus, Optimismus – Pessimismus


Janusz Łukaszyński, Inkontrologischer Entwurf der Gegenseitigkeit von Andrzej Rusław Nowicki PDF Datei (in Polnisch mit Zusammenfassung in Englisch)

Der Artikel stellt die Frage der Gegenseitigkeit im Kontext der Inkontrologie von Andrzej Nowicki dar. Die Gegenseitigkeit ist eines der zentralen Probleme in vielen Entwürfen, die soziale Verhältnisse erklären. In der Theorie des sozialen Austauschs wird die Gegenseitigkeit auf den Austausch bezogen. In der Philosophie der Begegnung ist es aber anders, hier bedeutet die Gegenseitigkeit nicht mehr den Austausch. Verschiedene Varianten der Philosophie der Begegnung verbindet die Bedingung einer aktuellen Gegenseitigkeit, die auf der beiderseitigen, dauerhaften Verwandlung der Persönlichkeiten der Begegnenden beruht. Indem A. Nowicki eigenen Entwurf der Philosophie der Begegnung – die Inkontrologie – schuf, fand er sich im Kreis hervorragender Denker, die sich mit der Gegenseitigkeit befassten. Als Historiker der Philosophie entdeckte er den Wert der Gegenseitigkeit u.a. bei solchen Philosophen wie G. Bruno, J.C. Vaninio, G. Fracastoro. A. Nowicki nahm auch die Bedeutung des Begriffs Gegenseitigkeit für die Ansichten von W. Witwicki wahr. Diese Theorie nahm er auch in Anspruch, indem er eigene Aufteilung der Begegnungen mit dem Porträt aufstellte.

Schlüsselwörter: Andrzej Nowicki, Inkontrologie, Gegenseitigkeit, Prinzip der Gegenseitigkeit


Krystyna Stawska-Skurjat, Philosophische Inhalte der Dichtung als eine der Quellen des Systems der erganthropischen Inkontrologie PDF Datei (in Polnisch mit Zusammenfassung in Englisch)

Im Artikel wurde das offene System der Philosophie der Kultur von Andrzej Nowicki dargestellt. Es stützt sich auf die Erganthropie, d.h. Erforschung der Form der menschlichen Präsenz in den von ihm geschaffenen Dingen, die Inkontrologie, d.h. die Philosophie der Begegnungen; den Raumzentrismus, d.h. die Philosophie des Raumes. Den Mittelpunkt des Systems bildet die Axiologie, in der den höchsten Wert die Welt der Hohen und Tiefen Kultur darstellt. Im Artikel wird nachgewiesen, dass als eine wichtige Quelle dieser Philosophie die Dichtung gilt, die in der intensiver werdenden Wahrnehmung der menschlichen Welt im ästhetischen Erlebnis vermittelt.

Schlüsselwörter: Kultur, Begegnung, Dichtung, Axiologie, ästhetisches Erlebnis, Metaphysik


Zofia Majewska, Von der Rolle des Namens in der Philosophie der Kultur von Andrzej Nowicki PDF Datei (in Polnisch mit Zusammenfassung in Englisch)

Andrzej Nowicki begann seine Philosophie der Kultur mit der Skizzierung einer atheistischen Perspektive der Unsterblichkeit des Namens, der in den vom Menschen geschaffenen Werken überlebt. Die Kategorie des Namens wurde durch Neologismen ersetzt: Erganthropie (reale Präsenz des Menschen in den von ihm geschaffenen Dingen), Inkontrologie (Theorie der Begegnungen), Raumzentrismus (die Suche nach den leeren Feldern, die man mit eigenem Schaffen füllen kann), akme (der Gipfel). Nowicki hält für Kultur die Spitzenleistungen des Menschen: Philosophie, Dichtung, Malerei, Musik. Den Maßstab für den Wert der Werke bildet ihre Neuartigkeit, Originalität und ihre Fähigkeit, künstlerisches Schaffen zu inspirieren. Der Aufgabe, Hohe und Tiefe Kultur zu schaffen, gab der Autor den Namen Atena Creanda.

Schlüsselwörter: Name, Gipfel (akme), Kultur, Axiologie

R  E  Z  E  N  S  I  O  N  E  N:

Agata Strządała, Kulturelle Geschichte des Bären – von dem Herrscher der Gemüter zum Kindermaskottchen. Über das Buch von Michel Patoureau The Bear. History of a Fallen King PDF Datei (in Polnisch)

B  E  R  I  C  H  T  E      U  N  D      M  E  L  D  U  N  G  E  N:

Dorota Barcik, Filozofia a wykształcenie/ Philosophie und Bildung (9.  März 2013, Opole) PDF Datei (in Polnisch)

Leszek Kopciuch, Kontexte der Freiheit (21.-22. März 2013, Lublin) PDF Datei (in Polnisch)


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