Nummer 15 /2015

15 /2015

hrsg. von Honorata Jakuszko

Wypedzenie28.02.jpg

Von der Redaktion PDF Datei in Deutsch

Honorata Jakuszko, Diskussionen über die Aufklärung PDF Datei in Deutsch

T H E M A T I S C H E    A R T I K E L :

Stanisław Janeczek, Die Rolle der christlichen Aufklärung in der Kultur des 18. Jahrhunderts PDF Datei (in Polnisch mit Zusammenfassung in Englisch und Deutsch)

Der Artikel bespricht im Geiste der Geschichte der intellektuellen Kultur die Problematik der ideellen Eigenart der Kultur des 18. Jahrhunderts. Entgegen einflussreichen Überzeugungen vieler Historiker, die den dominierenden Charakter der Säkularisierungsprozesse der Kultur der Aufklärung unterstreichen, weist der Artikel darauf hin, dass das Christentum trotz unzweifelhafter Anwesenheit von rationalistischen Motiven ein integraler Bestandteil der Kultur dieser Epoche geblieben sei. Die Untersuchungen, die auf dem Boden der Wissenschaftskultur und des Bildungswesens, also den fundamentalsten Werkzeugen der Verbreitung der zeitgenössischen Kultur, durchgeführt wurden, lassen sogar die Feststellung zu, dass die christliche Inspiration nicht nur ein wesentlicher, sondern sogar ein elementarer Bezugspunkt der Kultur des 18. Jahrhunderts geblieben sei. Daher bildet die sog. religiöse Aufklärung, allen voran die christliche Aufklärung im Sinne der durch die gegenwärtige Historiographie betonten langen Dauer (longue durée) nicht nur eine kulturelle Tatsache, sondern sie konstituiert eine dominierende Strömung (mainstream Enlightenment).

Schlüsselworte: das 18. Jahrhundert, Aufklärung, Christentum, Kultur


Marta Szymańska-Lewoszewska, Der irische Patriotismus von Georg Berkeley in den Jahren 1734–1753 PDF Datei (in Polnisch mit Zusammenfassung in Englisch und Deutsch)

Der Artikel verfolgt das Ziel, die Arbeiten des britischen Philosophen George Berkeley, die in der Zeit seines Aufenthalts in Cloyne in Irland in den Jahren 1743–1753 entstanden sind, unter dem Gesichtspunkt des protestantischen irischen Patriotismus in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu untersuchen. Im ersten Teil des Artikels wird die allgemeine Charakteristik des irischen Patriotismus in dem angegebenen Zeitraum geschildert. Im zweiten Teil wende ich mich dem Einsatz Berkeleys in die Verbesserung der Lebensbedingungen der irischen Gesellschaft zu. Es werden die Postulate des Philosophen hinsichtlich des religiösen, wirtschaftlichen und sozialpolitischen Lebens der irischen Gesellschaft untersucht. Infolge der Analyse wird Berkeleys Interpretation des irischen Patriotismus dargestellt, der auf dem Postulat des Strebens nach dem Gemeinschaftswohl begründet wurde. In der Auffassung des Philosophen war das Verständnis der Gemeinschaft von historischen Umständen bedingt. Theoretisch bedeutete die Gemeinschaft für ihn die Menschheit als solche, praktisch bedeutete sie die Gemeinschaft der anglikanischen Kirche, die territoriale Gemeinschaft und auch die Staatsgemeinschaft, die Irland mit Großbritannien im Rahmen des sich entwickelnden Britischen Imperiums bildete.

Schlüsselworte: George Berkeley, Irland, der irische Patriotismus des 18. Jahrhunderts, Protestantismus


Tomasz Stefaniuk, Natürliche Religion und die Kritik der Offenbarung in der Philosophie von Matthew Tindal PDF Datei (in Polnisch mit Zusammenfassung in Englisch und Deutsch)

Der Artikel widmet sich der Kritik der Offenbarung, der wir auf dem Boden des britischen Deismus bei solchen Philosophen wie Herbert von Cherbury, William Wollaston, Thomas Chubb, John Toland oder Anthony Collins begegnen. Besondere Aufmerksamkeit wird den Anschauungen von Matthew Tindal geschenkt, der vor allem als Autor von Christianity as Old as Creation in Erinnerung geblieben ist. Wie andere Deisten nimmt Tindal an, dass der aufgeklärte (d.h. aus allen Fesseln, besonders den des Aberglaubens befreite) menschliche Verstand der höchste Schiedsrichter in allen Fragen, auch jenen religionsbezogenen, sei. Er unterscheidet eine äußere Offenbarung (d.h. die für geoffenbart gehaltenen Bücher) und eine innere Offenbarung (d.h. die Erkenntnis der Ordnung der Dinge vom Menschen als rationalen Wesen).

Schlüsselworte: Matthew Tindal, Deismus, natürliche Religion, Rationalismus, Offenbarung, Religionskritik


Adam Grzeliński, Pierre Bayles Historisches und kritisches Wörterbuch und seine britischen Leser PDF Datei (in Polnisch mit Zusammenfassung in Englisch und Deutsch)

Der Artikel rekonstruiert den Einfluss der Gedanken des französischen Philosophen und Historiker Pierre Bayle (1647–1706) auf die Philosophen und Literaten der britischen Aufklärung. Dieser Einfluss war sehr breit, wozu die weiteren englischen Ausgaben seines Hauptwerkes – des Historischen und kritischen Wörterbuchs (1697) – beigetragen haben. Bayle übte einen sehr starken Einfluss sowohl auf die Freimaurer und die Deisten (Toland, Shaftesbury, Mandeville, Collins), als auch auf die führenden britischen Empiristen (Locke, Berkeley und Hume) aus, obwohl es dabei oft zu Verfälschungen seiner Ansichten gekommen ist.

Schlüsselworte: Pierre Bayle, britische Aufklärung, Skeptizismus, Empirismus, Shaftesbury, Locke, Berkeley, Hume


Zbigniew Pietrzak, Über die Möglichkeiten und Begrenzungen der Mathematisierung von Naturwissenschaften im 17. und 18. Jahrhundert PDF Datei (in Polnisch mit Zusammenfassung in Englisch und Deutsch)

Im 17. und 18. Jahrhundert fand die Mathematisierung der Naturwissenschaften statt. Dieser Prozess beruhte unter anderem auf der quantitativen Auffassung des Forschungsgegenstands, der mathematischen Definierung grundsätzlicher Begriffe und der mathematischen Strukturierung jener Wissenschaften. Der Prozess der Mathematisierung hing auch von den in ihnen funktionierenden philosophischen Ideen ab, die ihn begünstigen oder ihn vereiteln konnten. Die Eigentümlichkeit der Naturwissenschaften beruhte unter anderem darauf, dass sie von philosophischen Ideen wie Aristotelismus, Vitalismus, Organizismus, Mechanizismus konstituiert wurden, die sich auf die Begriffe der Seele, des Willens und der Empfindungen beriefen.

Schlüsselworte: Mathematisierung, Biologie, Mechanizismus, Vitalismus, Organizismus, Seele, Kraft, Bewegung


Tomasz Kupś, Zwischen Aufklärung und Scholastik. Ausgewählte Probleme der Rezeption der der Philosophie von Kant in der polnischen Philosophie am Anfang des 19. Jahrhundert und Perspektiven für neue Forschungen PDF Datei (in Polnisch mit Zusammenfassung in Englisch und Deutsch)

Der Artikel verfolgt das Ziel, die allgemeine Charakteristik der Bedingungen darzustellen, unter denen die erste Rezeption der Philosophie von Kant (in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts) unter den Polen erfolgte. Oft entschieden die außermeritorischen Faktoren (institutionell, sozial und politisch) über die Richtung und den Charakter dieser Rezeption, sogar über ihre Einstellung oder ihren Bruch. Unter diesen Umständen kam es leicht zur Polarisation von Stellungnahmen gegenüber der Kantischen Philosophie, die einerseits auf grundlosen Vorurteilen, andererseits auf kritiklosem Enthusiasmus begründet waren. Zuerst (1) werde ich kurz die Gründe charakterisieren, warum die polnische Rezeption der Kantischen Philosophie im 19. Jahrhundert als Spannung zwischen „Aufklärung“ und „Scholastik“ beschrieben werden kann, wobei beide Termini nicht dasselbe bedeuten müssen, was die Philosophiehistoriker damit bezeichnen. Dann (2) werde ich kurz die Eigentümlichkeit der ersten Rezeption der Kantischen Philosophie und die Vertreter der gegensätzlichen Einstellungen (Szaniawski, Wigura, Śniadecki) vorstellen. Abschließend (3) skizziere ich mögliche Richtungen weiterer Forschungen über die erste Etappe der Rezeption der Philosophie von Kant in Polen und gebe Beispiele für neue Erkenntnisse an.

Schlüsselworte: Geschichte der Philosophie der Neuzeit, Immanuel Kant, Rezeption, Aufklärung, Archivforschung, Interpretation


Paweł Sikora, Der Transzendentalismus von Kant und das Problem des Konzeptualismus in der gegenwärtigen Wahrnehmungsphilosophie PDF Datei (in Polnisch mit Zusammenfassung in Englisch und Deutsch)

Indem die Philosophie des Kantischen Transzendentalismus den synthetischen Charakter unserer Erkenntnis beschreibt, nimmt sie im gewissen Sinne den Standpunkt des Konzeptualismus vorweg, der heutzutage auf dem Gebiet der analytischen Wahrnehmungsphilosophie breit diskutiert wird. Ich versuche darzustellen, wie die Hauptpfeiler des Kantischen Transzendentalismus in einigen führenden Standpunkten der gegenwärtigen Wahrnehmungsphilosophie anwesend sind und in welchem Grad von der Realität der Erfahrungsgegenstände in Bezug auf die These des Konzeptualismus gesprochen werden kann. Ich versuche auch nachzuweisen, warum die These des Konzeptualismus den Kern mannigfacher Standpunkte in der Wahrnehmungsphilosophie bilden kann, unabhängig von den Unterschieden in der Auffassung des Wahrnehmungsobjekts. Den Hintergrund des gegenwärtigen Streits conceptual vs. non-conceptual content in Bezug auf die Philosophie von Kant sollen die Betrachtungen über die Realität der Dinge an sich bilden, unabhängig davon, dass für viele Standpunkte in der gegenwärtigen Wahrnehmungsphilosophie der Begriff der Realität nur für die Welt der möglichen Erfahrung vorbehalten ist.

Schlüsselworte: Immanuel Kant, Wahrnehmung, sinnlicher Gehalt, Konzeptualismus, Realismus

B E R I C H T E   U N D   M E L D U N G E N:

Kamil Szymański, „Trwałość – nietrwałość – globalizacji”, Wroclaw, 23 Oktober 2015 PDF Datei (in Polnisch)


Licencja Creative Commons