Nummer 2(6) /2013

 RECHT – KULTUR – WERTE

hrsg. von Monika Torczyńska

Wypedzenie28.02.jpg 

Von der Redaktion PDF Datei (in Deutsch)

T  H  E  M  A  T  I  S  C  H  E    A  R  T  I  K  E  L :

Monika Torczyńska, Einleitung PDF Datei (in Deutsch)


Monika Malmon, Aristoteles’ Suche nach der idealen Staatsform PDF Datei (in Polnisch mit Zusammenfassung in Englisch)

Der Artikel stellt die Auffassungen von Aristoteles zum Thema der Staatsform der griechischen Polis dar. Aristoteles kritisiert die Demokratie als ein degeneriertes System, weil ihm die Illusion zugrunde liegt, dass in gewisser Hinsicht gleiche Personen absolut gleich sind, was nicht stimmt. In dem Gleichheitsprinzip sieht Aristoteles eine Bedrohung für die Bürger, weil jeder denselben Einfluss auf das Schicksal des Staates ohne Rücksicht auf sein Wissen und seine Fähigkeiten hat. Im demokratischen System werden Entscheidungen über die wichtigsten Staatsangelegenheiten durch die Mehrheit der Bürger getroffen, die nicht immer über entsprechendes Wissen verfügen. Die beste politische Staatsform ist Politeia, die beide Staatsformen verbindet: Demokratie und Aristokratie. Sie kann aufgrund der Akzeptanz der Staatsbürger eingeführt werden.

Schlüsselworte: Staat, Staatsbürger, Demokratie, Staatsform


Monika Torczyńska, Ubi societas, ibi ius: Ideale und Wirklichkeit PDF Datei (in Polnisch mit Zusammenfassung in Englisch)

Der Artikel setzt sich zum Ziel, Reflexionen über gewählte Fragestellungen anzustellen, die sich auf die gesuchte optimale Gestalt des Rechtssystems in gegenwärtiger Gesellschaft beziehen. Das demokratische Europa ist stolz auf gemeinsame Ideen, die ein normatives und rechtliches Fundament für alle Bürger bilden. Es sind vor allem die Prinzipien des Rechtssystems und das Element des Humanismus. Sie finden leider nicht immer ihre volle Verwirklichung. Insbesondere erlebt die allgemein aufgefasste Idee der Menschenrechte heutzutage zahlreiche Eingriffe und Beschränkungen. Es ist nicht ausschließlich für demokratische Rechtskultur charakteristisch. In der islamischen Rechtskultur, die andere religiöse und gesellschaftliche Wurzeln besitzt (z.B. in der Türkei und im Iran), bildet die Suche nach dem Ideal eines guten Staates und Rechts einen genauso wichtigen Bereich der politischen und bürgerlichen Aktivität. Die auf dem Wege zum oben genannten Ziel erscheinenden Hürden und Misserfolge ziehen ernsthafte soziale Folgen nach sich. Die wichtigsten verbinden sich mit dem sinkenden sozialen Vertrauen, folglich der Degradation der Vertrauenskultur und im Endeffekt mit dem sinkenden sozialen Kapital jeweiliger Gemeinschaft.

Schlüsselworte: Recht, Demokratie, demokratische Rechtskultur, Vertrauenskultur, Rechtsideal.


Tymoteusz Marzec, Der Einfluss der Zeitbeschleunigung auf das Recht. Recht und Rechtskultur im Informationszeitalter PDF Datei (in Polnisch mit Zusammenfassung in Englisch)

Im Artikel werden Veränderungen aufgezeigt, die in der gegenwärtigen Gesellschaft stattgefunden haben. Ich versuche neue Merkmale der Gesellschaft im positiven Recht zu finden, ihren Einfluss auf das Rechtssystem sowie gewisse Herausforderungen für gegenwärtiges Recht zu schildern. Sie haben zum Entstehen einer ganz neuen Art von Gesellschaft geführt, die häufig eine postmoderne Gesellschaft genannt wird. Hier konzentriere ich mich nur auf einen Teilbereich dieser Veränderungen, indem ich aus bestimmter Perspektive sowohl die Gesellschaft als auch das Recht im Kontext ihres neuen Funktionierens in Zeit betrachte. Heute können wir die „Beschleunigung der Zeit“ beinahe in jedem Ausdruck unserer Kultur bemerken. Wie ist folglich unser Recht, hat es ebenfalls eine Beschleunigung erfahren? Wie sieht die Zukunft des Rechts in diesem Zusammenhang aus? Das sind Fragen, die ich im Artikel zu beantworten versuche.

Schlüsselworte: Recht, Rechtskultur, Postmoderne, Rechtsinflation, Zeit


Piotr Nastaj, Der Einfluss der sozialen Verantwortung der Unternehmen auf die Tätigkeit der Rechtskanzleien PDF Datei (in Polnisch mit Zusammenfassung in Englisch)

Im Artikel stelle ich das Problem der sozialen Verantwortung der Unternehmen am Beispiel der Rechtskanzleien dar. Der sozialen Verantwortung dieser Unternehmen liegt das Konzept zugrunde, nach dem sie beim Aufbau der Strategie freiwillig sowohl soziale Interessen und den Umweltschutz als auch Beziehungen mit unterschiedlichen Gruppen der Interessenten berücksichtigen. Dieser Auffassung gemäß bedeutet die Verantwortung, so die Hauptthese des Artikels, nicht nur Erfüllung aller formellen und rechtlichen Anforderungen durch die Rechtsfirmen, sondern auch gesteigerte Investitionen in menschliche Ressourcen, in den Umweltschutz und in die Beziehungen mit den Interessenten, die einen tatsächlichen Einfluss auf die Effizienz der Wirtschaftstätigkeit solcher Unternehmen und ihre Innovationskraft haben können. Ich mache auch darauf aufmerksam, dass die Berücksichtigung der sozialen Verantwortung der Unternehmen bereits im Stadium der Strategiegestaltung einer Rechtsfirma und ihres Einflusses auf die Entwicklung der geplanten Unternehmungen notwendig ist.

Schlüsselworte: Rechtskanzlei, soziale Verantwortung der Unternehmen, Umwelt, Umweltschutz, menschliche Ressourcen


Małgorzata Dziewanowska, Sexuelle Verhaltensweisen der Jugend im Kontext der Herausforderungen der Gegenwart PDF Datei (in Polnisch mit Zusammenfassung in Englisch)

Der Artikel schildert Fragestellungen in Bezug auf Sexualverbrechen, die an oder von Minderjährigen begangen werden. Es werden das Recht und die außerrechtlichen Faktoren der Analyse unterzogen: die Zugänglichkeit und die Qualität der sexuellen Aufklärung in der Schule und in der Familie, soziale Entwicklung der Minderjährigen. Besondere Beachtung wird dem Einfluss der IT-Technologien (Internet, Mobiltelefone, Tablet-PCs) auf kriminelle Sexualverhaltensweisen der Jugendlichen (Sexting, Stalking, Cyberbullying, Pornografie) geschenkt. Eine grundsätzliche Frage ist dabei, ob es möglich ist, Sexualverhalten der Jugendlichen gesetzlich so zu regeln, damit sie zugleich vor dem Missbrauch geschützt werden. Es ist auch interessant, welche Faktoren die Schlüssigkeit des Strafrechts (und im Falle der Minderjährigen auch Gesetze über Vorgehensweisen in der Jugendkriminalität) und der Wirklichkeit beeinflussen. In diesem Zusammenhang verweise ich auf die Einflüsse der Kultur und der sozialen Werte.

Schlüsselworte: Minderjährige, sexuelle Aufklärung, Sexualverhalten, Pornografie, Sexting, Cyberstalking


Jacek Gurczyński, Freies Internet, freie Kultur PDF Datei (in Polnisch mit Zusammenfassung in Englisch)

Der Artikel befasst sich mit dem Problem des geistigen Eigentums und der Urheberrechte im Zeitalter der Entwicklung der digitalen Technologien und des Internets. Es werden die Unterschiede zwischen dem Besitz der materiellen Güter und dem intellektuellen Eigentum genannt. Es entsteht die Frage, ob man im letzten Fall überhaupt vom Eigentumsrecht sprechen kann. Es wird darauf hingewiesen, dass das Herunterladen und Kopieren aus dem Internet etwas anderes als Diebstahl ist. Es wird auch der überholte und übermäßig restriktive Charakter des heute geltenden Urheberrechtssystems betont. Es wird zum Schluss festgestellt, dass eine Diskussion über die grundsätzliche Frage, was „geistiges Eigentum“ bedeutet, unentbehrlich sei. Darüber hinaus sei auch eine tiefgründige Reform des bestehenden Urheberrechtssystems erforderlich, um sie an die sich rasch entwickelnden digitalen Technologien anzupassen.

Schlüsselworte: M. Castells, L. Lessig, Internet, freie Kultur, geistiges Eigentum, Urheberrecht.

S  O  N  S  T  I  G  E     A  R  T  I  K  E  L :

Alen Sierżęga, Grausamkeit des Mobbings – ein Beitrag zur Analyse des Phänomens PDF Datei (in Polnisch mit Zusammenfassung in Englisch)

Die Frage nach der Grausamkeit in gegenwärtigen Gesellschaften des Westens wird insbesondere durch das Problem der psychischen Folter wie Mobbing legitimiert. Am Rande der Überlegungen über die Grausamkeit situiert und wenig wahrgenommen, wird Mobbing lediglich als eine Dysfunktion behandelt, die den Interessen der Organisation schadet. Der Artikel verfolgt das Ziel, Mobbing im Lichte der Überlegungen über die Natur der Grausamkeit darzustellen, die trotz ihrer Wandlungen eine stets präsente Veranlagung bleibt.

Schlüsselworte: Grausamkeit, Mobbing, moralische Belästigung.


Sebastian Bodzak, Über das leibliche Subjekt. Körper und Sexualität in der Philosophie von M. Merleau-Ponty PDF Datei (in Polnisch mit Zusammenfassung in Englisch)

Das Problem der „Körperlichkeit“ wird nicht nur in der zeitgenössischen Philosophie breit behandelt, sondern auch in Erkenntnistheorien (u.a. in den Theorien des verkörperten Geistes im Kognitivismus). Für die Wissenschaft hört der Körper auf, lediglich ein physisches Produkt zu sein, das von „freiem Willen“ oder von res cogitans geleitet wird. Er wird vielmehr zu einem aktiven Bestandteil, der die Subjektivität konstituiert. M. Merleau-Ponty ist zwar kein Wegbereiter im Bereich einschlägiger Forschung, doch seine spezifische Philosophie verdient unsere Aufmerksamkeit. Indem er sich auf vorreflexive Erfahrung des Menschen und seine dialogische Relation zur Welt konzentriert, überwindet er klassische Dualismen. Eine besondere Dimension des menschlichen Daseins ist die Sexualität: in ihr entdeckt der Denker ebenfalls die Merkmale der menschlichen Natur. In der Folge bringt er das Postulat zur Sprache, das man das Individuum als ein leibliches Subjekt betrachten soll. Im Artikel werden diese Ideen vorgeführt. Es wird aufgezeigt, dass der Körper vieldimensional ist und dass eine derartige Beschreibung notwendig und grundlegend für die Charakterisierung der Subjektivität ist. Ich weise darauf hin, dass in der Sexualität (einschließlich der Emotionalität) psychophysische Einheit des Menschen zum Vorschein kommt, die eine wesentliche Art der menschlichen Existenz bildet.

Schlüsselworte: Maurice Merleau-Ponty, Sexualität, Körper, Körperlichkeit, Subjektivität, leibliches Subjekt


Tomasz Stefaniuk, Karolina Domańska, Das Verständnis des irdischen Daseins und des Todes in islamischen Quellen (Koran und Hadithe) PDF Datei (in Polnisch mit Zusammenfassung in Englisch)

Im Artikel werden die Grundsätze der islamischen Eschatologie und Soteriologie besprochen, insbesondere das Verständnis des irdischen Lebens und des Todes im Koran und in den Hadithen. Die Quellentexte des Islams bezeichnen Gott als Schöpfer der Welt und den Herrn aller Schöpfung, was wiederum den Glauben an völlige Abhängigkeit des Menschen von Gott bedeutet. Dem Islam zufolge ist der Mensch vor allem Träger der moralischen Tätigkeiten. Er wird nach seinem Tode die Rechenschaft über seine Entscheidungen ablegen, die er in seinem zeitlichen, als vorübergehende Probezeit begriffenen Leben, getroffen hat. Diejenigen Menschen, mit denen Gott zufrieden sein wird, werden mit ewigem Leben in paradiesischen Gärten belohnt, diejenigen dagegen, die Gottes Zorn erregt haben, werden in die Hölle verbannt.

Schlüsselworte: Islam, Muslime, islamisch, muslimisch, Koran, Sunna, Hadithe, Mohammed,Eschatologie, Soteriologie, Religionswissenschaft

R  E  Z  E  N  S  I  O  N  E  N:

Robert Piotrowski, Philosophisches Wörterbuch zum 23. Mal (Martin Gessmann (Hrsg.) Philosophisches Wörterbuch, 23. Auflage, Alfred Kröner Verlag, Stuttgart, 2009, S. 790 PDF Datei (in Polnisch)

Krzysztof Rojek, Die Philosophie von Nicolai Hartmann, „Ruch Filozoficzny” PDF Datei (in Polnisch)

Dariusz Bęben, Vytěsněná elita. Zapomínaní učenci z Německé univerzity v Praze, PetrHlaváček, Dušan Radvanovič, eds., FF UK & Togga,  Praha 2012, p. 166 PDF Datei (in Polnisch)

B  E  R  I  C  H  T  E      U  N  D      M  E  L  D  U  N  G  E  N:

Justyna Rynkiewicz, Praktische Anwendungen der Philosophie. Selbstverwirklichung – Coaching – Geschäftswelt, Lublin, 11. April 2013 PDF Datei (in Polnisch)

Honorata Jakuszko, Philosophie des 17. Jahrhunderts – Quellen und Kontinuitäten, Lublin, 20.-21. Juni 2013 PDF Datei (in Polnisch)



Licencja Creative Commons Ten utwór jest dostępny na licencji Creative Commons Uznanie autorstwa-Użycie niekomercyjne-Bez utworów zależnych 3.0 Unported.