Nummer 2/2012

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Von der Redaktion PDF-Datei in Deutsch

A  R  T  I  K  E  L :

Stanisław Janeczek, Zwischen Kultur und Natur? Der Entwurf der Religion von Hugo Kołłątaj PDF Datei (in Polnisch mit Zusammenfassung in Englisch)

Der Artikel beschreibt den Entwurf von Kołłątaj, der sich in die Entwicklung der neuzeitlichen Reflexion über die Religion einschreibt. Diese Reflexion entsteht während der Zunahme der rationalistischen und naturalistischen Tendenzen, was zur Reflexion über die Natur der Religion an sich und nicht nur über eine ihrer konfessionellen Formen führt. Im 18. Jahrhundert verstärkt sich auch die empirische Aufnahme, die dem zunehmendem Einfluss der neuzeitlichen, naturwissenschaftlich orientierten Wissenschaft entspricht. Das erklärt einerseits die präpositivistische Phobie gegenüber der als autonom betrachteten Philosophie, die nur im Kontext der Einzelwissenschaften betrieben werden kann. Andererseits bringt es die wachsende Bedeutung der historischen Methode mit sich, die dem Geist der eng gefassten Wissenschaft naheliegt. Diese Faktoren führen Kołłątaj zur Reflexion über den Komplex der soziokulturellen religiösen Phänomene. Die metaphysisch aufgefasste Philosophie Gottes wir im großen Maße durch die psychologische sowie die historisch-kulturelle und historisch-soziale Reflexion ersetzt – eher über die Aufgaben der Religion als über die Natur der Religion an sich. Kołłątaj bewahrt zwar die grundsätzlichen Thesen der christlichen Weltanschauung, aber im Zusammenhang mit dem philosophischen Minimalismus delegiert er die Begründung ihrer Legitimation an die Theologie, die als eine begründete – obwohl von einer szientistisch aufgefassten Wissenschaft so unterschiedliche – Erkenntnismethode verstanden wird. Die Religion ist für Kołłątaj nicht nur ein Werk des menschlichen Nachdenkens über die Kondition des Weltalls, sondern auch eine Frucht der göttlichen Vorsehung, die Gott dem Menschen im religiösen Sinne sensu stricto offenbart, in Form der religiösen Offenbarung. Die Religion hängt folglich mit der Natur des Menschen zusammen. sie äußert sich in der Kultur, die sie beeinflusst, aber sie überschreitet gleichermaßen Natur und Kultur. Letztendlich ist der Religionsentwurf von Kołłątaj der Ausdruck einer sog. christlichen Bildung, die im Kontext der rationalistisch und moralistisch eingestellten Religiosität der Aufklärung fungierte.

Schlüsselworte: Aufklärung, Philosophie der Religion, Hugo Kołłątaj.

 

Agata Grzyb, Das Problematische an der Vernunftkritik in der Philosophie von Michel Foucault und der Frankfurter Schule PDF Datei (in Polnisch mit Zusammenfassung in Englisch)

Der Artikel greift das Problem der Vernunftkritik am Beispiel des Entwurfs von Michel Foucault und der Frankfurter Schule auf. Das Ziel des Artikels ist die Darstellung und die Analyse beider Standpunkte, sowie die Beurteilung ihrer Treffsicherheit und der Legitimation der von ihnen geübten Kritik. Ich erwäge auch die Motive und Zielsetzungen, die die beiden Denker mit ihrer Kritik verfolgten. Im Laufe der Rekonstruktion weise ich auf ihre gemeinsamen Hauptmerkmale hin: die Historizität der Vernunft und die Begründung der Grundlagen der Vernunft auf der Kategorie der Macht. Das sind die Merkmale, die es den beiden Denkern erlaubten, die stärksten Argumente gegen die Vernunft auszudrücken und die zugleich ihre Kritik für ihre eigene Philosophie gefährlich werden ließen. Die kritische Vergleichsanalyse des Standpunktes von Foucault und den Frankfurtern bietet zugleich einen Anlass dazu, eine allgemeinere Frage zu stellen: Auf welche Weise und von welchem Standpunkt aus kann man in der Philosophie eine begründete, folglich vernünftige Vernunftkritik üben? Von welchem Standpunkt aus ist es dagegen unmöglich?

Schlüsselworte: Vernunft, Kririk, Geschichte, Herrschung, Tollheit.

 

Kamil Piskała, Die sozialistische Idee gegenüber Marx und dem Marxismus im Polen der Zwischenkriegszeit. Die Hauptmotive der Rezeption der marxistischen Tradition in der Publizistik und in den Programmen der PSP (1918-1939) PDF Datei (in Polnisch mit Zusammenfassung in Englisch)

Die Polnische Sozialistische Partei war eine der wichtigsten politischen Kräfte der II. Republik Polen. Sie bildete einen integralen Bestandteil des politischen Staatssystems, deswegen dominierten in der Strategie der Parteiführer pragmatische Elemente über die Treue gegenüber der ideologischen Orthodoxie. Die PSP definierte sich als marxistische Partei. Nach Meinung von polnischen Sozialisten war der Kern des Marxismus die Theorie des Geschichtsmaterialismus, die von ihnen hauptsächlich als Forschungsmethode zur Erklärung des Prozesses des sozialen Wandels behandelt wurde. Ihre Interpretation des Marxismus war in einer spezifischen Weise szientistisch. Nach Meinung der Sozialisten bildete der philosophische Materialismus keinen integralen Bestandteil des Marxismus. Diese Interpretation der marxistischen Tradition war recht typisch für die Parteien, die damals in der Sozialistischen Arbeiter-Internationalen vereinigt waren. Im Kreis der PSP wurden solche Theoretiker wie Karl Kautsky, Otto Bauer, Max Adler hochgeschätzt. Die von ihnen entlehnten Entwürfe bildeten ein wesentliches Element der politischen Ideen der PSP in der Zwischenkriegszeit.

Schlüsselworte: Polnische Sozialistische Partei, Marxismus, Sozialismus, Geschichtsmaterialsmus, politisches Denken.

 

Wołodymyr Rudenko, Notes on the Relationship of Culture and Education (in the Perspective of Post-Soviet Approaches) PDF Datei (in Polnisch mit Zusammenfassung in Englisch)

Der Artikel analysiert die Zusammenhänge zwischen Kultur und Bildungswesen. Der historische Zusammenhang besteht darin, dass die Geschichte der Entwicklung der Kultur eine Geschichte der Entwicklung des Bildungswesens ist. Der kausale Zusammenhang besteht darin, dass das Niveau der Entwicklung der Kultur das Niveau der Entwicklung des Bildungswesens bedingt und umgekehrt. Das höhere Niveau der Kultur erfordert ein höheres Niveau der Bildung. Der Fortschritt der Bildung wird zur Quelle der Entwicklung der Kultur und bereichert sie. Die materiellen und geistigen Elemente der Kultur bedingen den Inhalt der Erziehung und Bildung. Der zwischen Kultur und Bildungswesen bestehende prozessuale Zusammenhang ermöglicht, die Bildung als einen kulturellen Prozess zu betrachten, durch den sich die sozialkulturellen Aufgaben verwirklichen: der Eintritt des Menschen in die Welt der Kultur, seine Sozialisation, die Vermittlung der Muster der menschlichen Tugenden und Handlungen. Der Artikel greift auch die Herausforderungen auf, die vor der gegenwärtigen Bildung in den postsowjetischen Ländern stehen und entwirft eine Reihe von Forderungen, die nach dem Autor im gegenwärtigen Bildungssystem verwirklicht werden sollen

Schlüsselworte: Edukation, Kultur, Technokratismus, geistige Kultur.

 

Mateusz Palka, Unmenschliche Kunst. Wie funktioniert der Dackel von Julian Antonisz oder non-eco-camera PDF Datei (in Polnisch mit Zusammenfassung in Englisch)

Der Artikel beschreibt die Beziehungen, die in der Kunst zwischen solchen Gegensätzen bestehen wie: das Innere und das Äußere, das Biologische und das Mechanische, das Latente und das Offenkundige, das Registrierte und das Dargestellte – am Beispiel der innovativen Technik des Zeichentrickfilms, die von Julian Antonisz entwickelt wurde (das sog. Non camera). Gemäß der von McLuhan formulierten Doktrin über das Medium, dessen Inhalt ein anderes Medium ist, konzentriert sich der Artikel auf den formalen Elementen des Films, in denen die Aufhebung der erwähnten Gegensätze betont wird. Die Animation von Antonisz, deren Ästhetik die Technik non camera festlegt, wird in diesem Ansatz zum Medium, dessen Inhalt die Kunst der Transgression ist

Schlüsselworte: Kunst, Ästhetik, Animationsfilm, Animation, non camera Fil,  Kunst der Transgression.

D  I  S  K  U  S  S  I  O  N  E  N:

Leszek Kopciuch, Warum es nicht ausreicht, nur zu sein PDF Datei (in Polnisch)

Zofia Majewska,Warum es nicht ausreicht, nur zu sein PDF Datei (in Polnisch)

Andrzej Niemczuk, Warum es nicht ausreicht, nur zu sein PDF Datei (in Polnisch)

R  E  Z  E  N  S  I  O  N  E  N:

Leszek Kopciuch, Eugene Kelly, Material Value-ethics, Springer 2011 PDF Datei (in Polnisch)

Mateusz Palka, Walter Benjamin: Twórca jako wytwórca. Eseje i rozprawy, tłum. R. Reszke, Wydawnictwo KR, Warszawa 2011 PDF Datei (in Polnisch)

B  E  R  I  C  H  T  E:

Tomasz SIWIEC, Nicolai Hartmann 1882–1950 – Quellen, Kritiken, Kontinuitäten (Lublin, 29.-30. März 2012) PDF Datei (in Polnisch)

Tomasz SIWIEC, Der Mensch in der Kultur – Geschichte und gegenwärtige Herausforderungen (Lublin, 16.-17. Mai 2012) PDF Datei (in Polnisch)

Kamil BAŁĘKOWSKI, Die philosophische Debatte „Warum es nicht ausreicht, nur zu sein?” (Lublin, 5. Juni 2012) PDF Datei (in Polnisch)

Rafał CZEKAJ, Die Rückkehr des Modernismus? (Kazimierz Dolny,19.-20. April 2012) PDF Datei (in Polnisch)

A  R  C  H  I  V:

Abstrakte der Vorträge, die an der Konferenz Nicolai Hartmann 1882–1950 – Quellen, Kritiken, Kontinuitäten fulltext.pdf (in Polish)

Abstrakte der Vorträge, die an der Konferenz Der Mensch in der Kultur – Geschichte und gegenwärtige Herausforderungen gehalten wurden fulltext.pdf (in Polish)

A  U  T  H  O  R  E  N:

KAMIL BAŁĘKOWSKI, Student der Philosophie am Institut für Philosophie der UMCS, der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Zirkels „Episteme”.

RAFAŁ CZEKAJ, Doktor, Mitarbeiter am Lehrstuhl für Ästhetik der UMCS in Lublin, die Doktorarbeit „Kritische Theorie der Kunst von Theodor W. Adorno”, Forschungsschwerpunkte: philosophische Ästhetik, soziale Kontexte der Kunst.

AGATA GRZYB, Magister, Absolventin der Politikwissenschaften und der Philosophie, Doktorandin am Lehrstuhl für Philosophie der Gegenwart am Institut für Philosophie der UMCS in Lublin. Sie bereitet ihre Doktorarbeit zur Diskursethik von Karl-Otto Apel und zum Projekt der  „Letztbegründung” der Ethik vor. Forschungsschwerpunkte: Philosophie der Gegenwart, die Frage der Rationalität, Ethik.

Ks. STANISŁAW JANECZEK, Professor, Dekan der Fakultät für Philosophie der Katholischen Universität Lublin Johannes Paul II., Leiter des Lehrstuhls für Geschichte der Philosophie in Polen. Veröffentlichungen: Oświecenie chrześcijańskie. Z dziejów polskiej kultury filozoficznej (1994); Filozofia na KUL-u. Nurty – osoby – idee (1998); Logika czy epistemologia? Historycznofilozoficzne uwarunkowania nowożytnej koncepcji logiki (2003); Edukacja oświeceniowa a szkoła tradycyjna. Z dziejów kultury intelektualnej i filozoficznej (2008). Forschungsschwerpunkte: Geschichte der Philosophie der Neuzeit, Geschichte der polnischen Philosophie des 18. und 20. Jahrhunderts, Bildungsgeschichte.

LESZEK KOPCIUCH, Doktor habil., Mitarbeiter am Lehrstuhl für Geschichte der Philosophie der Neuzeit der UMCS in Lublin, Verfasser von Człowiek i historia u Nicolaia Hartmanna (2007), Wolność a wartości. Max Scheler – Nicolai Hartmann– Dietrich von Hildebrand – Hans Reiner (2010) und von zahlreichen wissenschaftlichen Beiträgen. Spezialgebiete: Geschichte der Philosophie (hauptsächlich deutsche Philosophie) und Ethik, Axiologie und Geschichtsphilosophie, Übersetzer von philosophischen Texten aus dem Deutschen (er übersetzte u. a. Texte von N. Hartmann, R. Carnap, M. Schlick, O. Neurath), Chefredakteur von „Kultur und Werte”.

ZOFIA MAJEWSKA, Doktor, Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Philosophie der Kultur der UMCS in Lublin, Veröffentlichungen: Książeczka o Ingardenie. Szkic biograficzny (1995); Świat kultury Romana Ingardena (2001); Problemy doświadczania i istnienia wartości. W kręgu myśli Edmunda Husserla i Romana Ingerdena (2010). Forschungsschwerpunkte: Phänomenologie und ihre Rezeption in Polen, Geschichte der polnischen Philosophie, Philosophie der Kultur, Axiologie, Semiotik der Kultur.

WŁADIMIR RUDENKO, Doktor habil., Professor, Dekan der Ukrainisch-Polnischen Fakultät am Institut für Slavistik in Równo, Verfasser der Monographie Kulturologiczne podstawy całości treści szkolnictwa wyższego (2003); Autor der Lehrbücher: Metody matematyczne w psychologii (2009), Statystyka matematyczna (2011), Metody matematyko-statystyczne w badaniach pedagogicznych (2012) und zahlreicher wissenschaftlicher Beiträge, er forscht im Bereich der Methodologie und Pädagogik des Hochschulwesens sowie der zivilisatorisch-kulturologischen Betrachtungsweise der Fachausbildung.

ANDRZEJ NIEMCZUK, Doktor habil., Leiter des Lehrstuhls für Philosophie der Gegenwart der UMCS in Lublin, Verfasser von Filozofia dobra przed powstaniem aksjologii (1994); Wolność egzystencjalna: Kant i Kierkegaard (1995); Stosunek wartości do bytu. Dociekania metafizyczne (2005). Aktuelle Forschungsschwerpunkte: Philosophie der Werte, Freiheit und Wert als konstitutive Elemente des Subjekts, Philosophie des Bösen.

KAMIL PISKAŁA, Magister der Geschichte, Doktorand am Lehrstuhl für Zeitgeschichte Polens an der Universität Łódź. Forschungsinteressen: politische Geschichte der II. Republik Polen, Geschichte der polnischen Linke, Tradition des mitteleuropäischen Marxismus. Magisterarbeit über den Haupttheoretiker der PSP Mieczysław Niedziałkowski. Mitglied der Redaktion der wissenschaftlichen Zeitschrift „Praktyka Teoretyczna”.

MATEUSZ PALKA, Magister, Absolvent des Instituts für Kulturwissenschaften der Universität Wrocław, Doktorand am Institut für Philosophie an der Fakultät für Sozialwissenschaften. Er bereitet eine Doktorarbeit zum Entwurf der Allegorie von Walter Benjamin beim Prof. Dr. habil. Ryszard Różanowski vor. Forschungsschwerpunkte: Ästhetik und Geschichte der Photographie.

TOMASZ SIWIEC, Magister, Doktorand am Lehrstuhl für Axiologie und Sozialethik am Institut für Philosophie der Nikolaus-Kopernikus-Universität in Toruń. Er beschäftigt sich mit dem Problem der Beziehungen zwischen Ethik und Ästhetik, dem Phänomen der Ästhetisierung der Moral, mit der Philosophie der Religion und der gegenwärtigen deutschen Ethik. Zurzeit bereitet er die Doktorarbeit zum Thema „Moralność jako element świata przeżywanego w świetle współczesnej etyki niemieckiej” vor. Veröffentlichungen in „Filo-Sofija” und „Ruch Filozoficzny”.

 

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