Nummer 3(7) /2013

WERTE – KULTUR – GESCHICHTE. IM KREIS DER RUSSISCHEN PHILOSOPHIE

hrsg. von Andrzej Ostrowski

Wypedzenie28.02.jpg  Von der Redaktion PDF Datei (In Deutsch)

 T  H  E  M  A  T  I  S  C  H  E    A  R  T  I  K  E  L :

Andrzej Ostrowski, Einleitung PDF Datei in Deutsch

 

Janusz Dobieszewski, Philosophie der Religion. Gegenwärtige Horizonte PDF Datei in Polnisch mit Zusammenfassung in Englisch und Deutsch

Der Artikel unternimmt den Versuch, die Beziehungen zwischen der Religion und der Philosophie zu bestimmen, mit besonderer Berücksichtigung der gegenseitigen Beeinflussung: wo die Religion die Metaphysik der Philosophie motiviert, und die Philosophie die Religion vor dem Fanatismus schützt. Diese Überlegungen werden von der Reflexion über die einseitige Bindung der Religion an den politischen Konservatismus und von einer knappen Bestandsaufnahme über postsäkuläre Strömungen in der Religionsbetrachtung im 20. Jahrhundert begleitet.

Schlüsselworte: Philosophie, Religion, Metaphysik, Postsäkularität.

 

Wladimir Belov, Einige Bemerkungen zum russischen Neukantianismus PDF Datei (in Deutsch mit Zusammenfasung in Englisch)

Der Artikel setzt sich zum Ziel, den russischen Neukantianismus zu analysieren und seine Eigentümlichkeit zu erfassen. Sie entstammt der kulturellen und historischer Eigenart der russischen Philosophie. Die Stufen und das Eigentümliche des russischen Neukantianismus werden am Beispiel der Entwürfe von A. I. Wwiedienskij, B.V. Jakowenko und V. E. Sesemann untersucht.

Schlüsselworte: Neukantianismus, russische philosophische Tradition, Eigenart des russischen Neukantianismus, Wwiedienskij, Jakowenko, Sesemann.


Cezary Jędrysko, Die Philosophen haben nur die Welt interpretiert, es geht aber darum, sie zu verändern. Das philosophische Projekt von Nikolai Fjodorow und Nikolai Bierdjajew
PDF Datei in Polnisch mit Zusammenfassung in Englisch und Deutsch

Im Artikel wird das Ziel verfolgt, am Beispiel von zwei unterschiedlichen Denkern – Nikolai Fjodorow und Nikolai Bierdjajew – ein philosophisches Projekt aufzuzeigen, in dem eine Abwendung von der Philosophie als Versuch der Wirklichkeitsschilderung und eine Hinwendung zur aktivistischen Eschatologie erfolgt. Dieses Projekt wird nach Bierdjajew „Philosophie des Schaffens“ genannt und macht eine gewisse Eigenschaft bei den russischen Philosophen anschaulich: die Notwendigkeit, philosophische Schlüsse in die Praxis umzusetzen und sie außerhalb der Philosophie zu verwirklichen. Im Artikel wird der Versuch unternommen, unter Bezug auf die beiden Denker die grundsätzliche Frage nach der Dialektik des Schaffens zu beantworten, wie sie von Władysław Stróżewski formuliert wurde: „Warum existiert nicht etwas, was existieren könnte (oder sollte)?“. Zuerst prüfen wir die Bedingungen für die Möglichkeiten des Schaffens, also den ontologischen Grundsatz gegenüber der Welt, der von Fjodorow und Bierdjajew angenommen wird. Dann stellen wir die Gründe fest, die hinter der Notwendigkeit des Schaffensaktes stehen, nämlich etwas Neues in die vorhandene Wirklichkeit einzuführen.

Schlüsselworte: Fjodorow, Bierdjajew, Schaffen, Auferstehung, russische Philosophie.

 

Ewa Cichocka, Das Eigentümliche der Kunst in den Schriften von Dostojewskij und Tolstoi. Einige Bemerkungen PDF Datei (in Polnisch mit Zusammenfassung in Englisch)

Im Artikel wird gezeigt, wie Fjodor Dostojewskij und Leo Tolstoi die Kunst definieren. Für den ersten bestand das charakteristische Merkmal der Kunst darin, die Schönheit zu erzeugen. Diese Schönheit gehört aber nicht nur dem Bereich der Ästhetik, sondern auch dem der Ethik an. Laut Tolstoi sollten wir uns nicht mit der Erklärung begnügen, die die Schönheit zum Hauptkriterium der Kunst erhebt, sondern nach einer anderen allgemeinen Erklärung suchen, die es gestatten würde, eindeutig zwischen Kunst und Nicht-Kunst zu unterscheiden. Tolstoi kommt zum Schluss, dass die Kunst eine Art Medium ist, das sich von anderen menschlichen Umgangsformen durch ihre Fähigkeit unterscheidet, mit Gefühlen „anzustecken“. Beide Russen sind sich darin einig, dass die Kunst eine große Wirkungsmacht auf den Menschen hat und dass sie die Welt retten wird.

Schlüsselworte: Kunst, Schönheit, das Gute, Christentum.

 

Edyta Domagała, Der Sinn der erotischen Liebe in der Philosophie von Wladimir Solowjow PDF Datei (in Polnisch mit Zusammenfassung in Englisch und Deutsch

Das Konzept der erotischen Liebe von Wladimir Solowjow bildet eine originelle theosophische Liebesvorstellung. Die Theorie der Liebe von Solowjow ist nämlich eng mit der eschatologischen Problematik verbunden und ist darüber hinaus eine Resultante der materialistischen (stricte biologischen) und der spiritualistischen Auffassung der Thematik. Solowjows philosophische Analysen der Geschlechtsliebe beweisen, dass es weniger ein Akt ist, der über die rein biologische Ebene hinausgeht, als viel mehr einer, der unsere biologische Natur verwandeln lässt. Er beruht auf der Überhöhung oder Vergöttlichung unserer Natur. Der Sinn einer so interpretierten erotischen Liebe liegt in dem Herausbilden einer breitgefassten Einheit, deren Grundlage darin besteht, das geistig-körperliche Ganze zu erreichen und die Teilung aufgrund des Geschlechts zu überwinden, d.h. das weibliche und männliche Prinzip des menschlichen Daseins zu integrieren.

Schlüsselworte: Wladimir Solowjow, erotische Liebe, Eros, Androgynität, Fortpflanzung.

 

Halina Rarot, Der russische Personalismus von Nikolai Bierdjajew PDF Datei in Polnisch mit Zusamenfassung in Englisch und Deutsch

Im Artikel werden die Anschauungen von Nikolai Bierdjajew in personalistischer Perspektive dargelegt. Der russische Denker wird meistens, besonders aus westeuropäischer Sicht, als religiöser Existentialist (neben Leo Szestow) bezeichnet. Es wird versucht aufzuzeigen, dass es eine nicht völlig berechtigte Einstufung des philosophischen Schaffens von Bierdjajew ist. Im Existentialismus ist nämlich der Ausgangspunkt die Existenz des Individuums, im Personalismus ist es dagegen die Existenz der gemeinschaftlichen relationalen Person. Im Schluss stellt die Verfasserin fest, dass das Denken von Bierdjajew dem personalistischen Dialogismus näher ist als dem Existentialismus.

Schlüsselworte: Person, Personalismus, russischer Personalismus, Dialektik des Individualismus, personalistische Zivilisation.

 

Justyna Kroczak, Philosophische Sympathien und Antipathien von Pawel Florenski PDF Datei in Polnisch (mit Zusammenfassung in Englisch und Deutsch

Der Artikel bildet einen Versuch, die Inspirationsquellen und die Inhalte der philosophischen Kritik bei Pawel Florenski sowie ihren Einfluss auf die Entwicklung seiner eigenen Philosophie aufzuzeigen. Das Thema ist kontrovers, wovon u. a. der Artikel des deutschen Forschers Michael Hagemeister zeugt, auf den ich mich beziehe. Die Zweideutigkeit der intellektuellen Konstruktionen von Florenski, ihre „Genialität“ und zugleich „Unmenschlichkeit“ (laut einigen Forschern und Kritikern), ergibt sich, wie es scheint, aus der Inspiration des Platonismus und der – eigentümlich verstandenen –Orthodoxie sowie aus der Kritik des Kantianismus, der für den Philosophen den westeuropäischen Rationalismus verkörperte, der der russischen Seele fremd sei.

Schlüsselworte: Pawel Florenski, Kant, Hagemeister, Seraphion,  Maszkin, Symbol.

 

Natalia Danilkina, Die Ideen der Freiheit und der Harmonie in der philosophischen Pädagogik im Zeitalter der russischen Revolutionen PDF Datei in Polnisch (mit Zusammenfassung in Englisch und German)

Im Artikel wird der historische Zeitraum von der Jahrhundertwende bis zu den 1920er Jahren untersucht, als in Russland der Bürgerkrieg beendet wurde. Eine Zeitlang wurde in der zeitgenössischen Pädagogik eine breite Diskussion über die Grundsätze der freien Erziehung geführt, die an entsprechende philosophische Traditionen und an praktische Leitbilder der Schulorganisation sowohl im Westen als auch in Russland anknüpften. Für manche Denker (L. N. Tolstoi, K. N. Wentzel) verbindet sich die Idee der Freiheit in Theorie und Praxis der Erziehung aufs engste mit der Idee der Harmonie, die als eine gewaltfreie Einheit des individuellen inneren Prinzips mit der Ganzheit der Welt wahrgenommen wird.

Schlüsselworte: Freiheit, Harmonie, freie Erziehung, Philosophie der Bildung, russische Revolution, Tolstoi, Wentzel

S  O  N  S  T  I  G  E     A  R  T  I  K  E  L :

Bogumił Chmiel, Der Verstand in der mittelalterlichen Philosophie PDF Datei (in Polnisch mit Zusammenfasung in Englisch)

Der Artikel bespricht grundlegende Aspekte der mittelalterlichen Auffassung des theoretischen Verstandes. Der Hauptakzent wurde auf die Beziehung zwischen dem Verstand als der autonomen Erkenntniskraft und der Autorität der Kirche, des Glaubens und der Theologie gelegt. Die Autonomie des Verstandes in der mittelalterlichen Philosophie beruhte nicht auf ihrer absoluten Unabhängigkeit von den erwähnten Autoritäten, sondern verwirklichte sich im Bereich des unter ihrem Einfluss geformten religiösen Denkens. Die Glaubensdogmen wurden im Mittelalter nicht als „äußere“, aufgezwungene Beschränkungen der Rationalität der Forschung betrachtet, die von allein die Überschreitung und die Anfechtung religiöser Wahrheiten anstreben sollte, sondern als ein Rahmen, der den Umfang und die Ziele der möglichen Forschung bestimmte. In Konfliktsituationen unterlagen die Philosophen keinesfalls passiv den Autoritäten, sondern sie griffen zu gewissen Maßnahmen, die es ihnen erlaubten, kontroverse Thesen zu unterrichten, ohne in Konflikt mit kirchlichen Institutionen zu geraten. Die Abweichungen in der Beurteilung der Rationalität von Historikern ergeben sich vor allem daraus, dass die Rationalitätsvorstellungen der Aufklärungszeit auf frühere Jahrhunderte übertragen werden.

Schlüsselworte: Rationalismus, Verstand, Mittelalter

B  E  R  I  C  H  T  E      U  N  D      M  E  L  D  U  N  G  E  N:

Honorata Jakuszko, Philosophie 2.0. Paradigmen – Werte- Institutionen, Białystok, der 17.018. Oktober 2013 PDF Datei (in Polnisch)

Leszek Kopciuch, „Globalität – Worte – Dinge“, Wrocław, der 18. Oktober 2013 PDF Datei in Polnisch



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